
Über Kino
Leningrad, 1981 - 1990
Kino (Кино) war eine sowjetische Rockband, die 1981 in Leningrad gegründet wurde und von dem Liedermacher Viktor Zoi angeführt wurde. Sie wurden zur einflussreichsten Rockband der sowjetischen Geschichte.
Mitglieder
Die klassische Besetzung (1986-1990)

Виктор Цой
Viktor Tsoi
Gesang, Rhythmusgitarre, SongwriterGründungsmitglied
Kinos Sänger, Songwriter und öffentliches Gesicht. Seine Texte verbanden intime Poesie mit gesellschaftlicher Spannung, und er wurde zur Ikone der späten sowjetischen Jugendkultur.

Юрий Каспарян
Yuri Kasparyan
Lead-Gitarre
Seine atmosphärische Gitarre veränderte Kino nach 1983, trieb die Band von akustischen Songs zum schimmernden Post-Punk-Sound, mit dem man heute Kinos Glanzzeit verbindet.
Георгий Гурьянов
Georgy Guryanov
Schlagzeug
Ein Bildender Künstler und Schlagzeuger, dessen präziser, treibender Rhythmus der Band viel von ihrem Schwung der späten 1980er Jahre verlieh.
Игорь Тихомиров
Igor Tikhomirov
Bassgitarre
Trat 1986 bei und verankerte die klassische Besetzung mit melodischen Basslinien, die den späteren Aufnahmen zusätzliche Schwere und Bewegung gaben.
Frühere Mitglieder
Алексей Рыбин
Alexei Rybin
Lead-GitarreGründungsmitglied
Mitbegründer und früher Lead-Gitarrist. Sein Ausstieg beendete Kinos erste Folk-Rock-Phase und ebnete den Weg für einen vielfältigeren Klang.
Олег Валинский
Oleg Valinsky
SchlagzeugGründungsmitglied
Ursprünglicher Schlagzeuger im ersten Bandjahr. Er verließ früh die Band, war aber von Anfang an Teil der Kino-Geschichte.
Band-Chronik
Bandgründung
Tsoi, Rybin und Valinsky gründen Kino in Leningrad und beginnen mit Wohnzimmer-Konzerten.
Debütalbum "45" aufgenommen
Die Band nimmt 45 mit primitiver Heimtechnik auf, und die Bänder zirkulieren im Magnitizdat.
Kino tritt Leningrader Rockklub bei
Die Mitgliedschaft gibt der Band Proberäume und einen halb-offiziellen Platz in der sowjetischen Rockszene.
Kasparyan steigt ein, Rybin geht
Juri Kasparyan ersetzt Aleksei Rybin und lenkt Kino in Richtung atmosphärischen Post-Punk.
Nachalnik Kamchatki erscheint
Das zweite Album bringt einen elektrisierteren Sound, und Guryanov festigt die Rhythmusgruppe.
Eto ne lyubov erscheint
Die Band schärft ihre Gitarrentexturen und klingt zunehmend wie eine bedeutende künstlerische Kraft, nicht nur eine Underground-Kuriosität.
Gorbatschow kommt an die Macht
Glasnost und Perestroika lockern die kulturellen Kontrollen und schaffen mehr Raum für Rockmusik.
Noch erscheint, Tichomirov steigt ein
Noch wird veröffentlicht, und Igor Tichomirov vervollständigt die klassische Viererbesetzung.
Auftritt in Assa
Assa macht Kino einem breiten Publikum bekannt und wird zu einem prägenden Film der Perestroika-Kultur.
Igla gedreht
Tsoi spielt die Hauptrolle in Der Igel und wird dadurch zu einer kulturellen Ikone über die Musik hinaus.
Gruppa Krovi wird landesweit zum Hit
Blood Type führt Kino in den sowjetischen Mainstream und macht den Titelsong zur Hymne einer Generation.
Historisches Konzert in den Luzhniki
Kino spielt vor Zehntausenden in Moskau und zeigt, wie weit sowjetischer Rock aus dem Untergrund herausgewachsen ist.
Zvezda po imeni Solntse erscheint
Das Album wird eine der prägendsten Veröffentlichungen Kinos, kombiniert weitläufige Arrangements mit philosophischen Texten.
Die Berliner Mauer fällt
Mit den Veränderungen in Osteuropa gewinnen Tsois Lieder von Freiheit und Wandel noch größere Resonanz.
Aufnahmen zum Schwarzen Album beginnen
Kino beginnt in den Mosfilm-Studios mit der Aufnahme ihres letzten Albums.
Letzte Konzerte in Moskau
Die Band spielt ihre letzten Shows in den Luzhniki, ohne dass jemand weiß, dass es die letzten sind.
Viktor Tsoi stirbt
Am 15. August 1990 stirbt Tsoi nahe Tukums, Lettland, im Alter von nur 28 Jahren.

Schwarzes Album posthum veröffentlicht
Die verbliebenen Mitglieder vollenden und veröffentlichen das Schwarze Album als Denkmal für Tsois künstlerisches Werk.

Die Tsoi-Wand / Стена Цоя
Nachdem Viktor Tsoi am 15. August 1990 gestorben war, begannen Fans, Nachrichten auf eine Wand im Moskauer Arbat-Viertel zu schreiben. Die erste Zeile „Tsoi lebt“ wurde zum Symbol seines Nachlebens im öffentlichen Gedächtnis.
Jahrzehntelang füllte sich die Wand mit Texten, Porträts und Geständnissen von Fans aus der ehemaligen Sowjetwelt. Sie bleibt eines der bekanntesten inoffiziellen Denkmäler Moskaus.
Jeder Versuch, sie zu entfernen, war nur vorübergehend. Fans übermalen sie immer wieder und halten so Tsois Stimme in der Stadt sichtbar, die er niemals verließ.
ЦОЙ ЖИВ - TSOI IS ALIVE